Frau Eskerbieva und ihren drei Kindern - privat.jpg

Familie Eskerbieva

HERKUNFTSLAND     Tschetschenien

WOHNORT                Kamenz

STATUS                     von Abschiebung bedroht

Biografie

Familie Eskerbieva ist 2013 aus einem kleinen Dorf nach Deutschland gekommen. Sie kam damals mit einem Kind nach Kamenz, das zweite wurde bereits hier geboren. Frau Eskerbieva ist religös und lebt nach den Regeln des Islam.

Fluchtgrund

Die Lage der Frauen im islamisch geprägten Tschetschenien ist vielfach prekär.  Zwangsehen und Polygamie sind verbreitet. Darin lag auch der Fluchtgrund. 

Asylverfahren

Die Familie stellte einen Asylantrag, der abgelehnt wurde. Sie bekam eine Duldung, aber keine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung.

Abschiebung

Mit Schrecken erinnert sich Petimat Eskerbieva an die Nacht, als die Polizei kam.  Die Kinder und sie selbst waren schon im Bett. Plötzlich klingelte es, und mehrere Beamte standen vor der Tür. Sie wollten die Familie abholen und nach Leipzig zum Flug in Richtung Tschetschenien bringen. Frau Eskerbieva sollte ein paar Sachen packen, die Kinder wecken und mitkommen. 

Integrationsleistung

Die Familie hatte sich in den neun Jahren in Deutschland gut eingelebt. Frau Eskerbieva verfügt über Deutschkenntnisse auf Stufe B 2 und hatte eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachgehilfin begonnen sowie Praktika in der Altenpflege gemacht. Sie wohnte in Kamenz in einer eigenen Wohnung. 

Perspektive

Petimat Eskerbieva hat jung geheiratet, die Ehe mit ihrem Mann steht aktuell vor der Trennung. Bei einer Abschiebung würden die Kinder in diesem Fall nach islamischem Recht in die Familie des Mannes kommen. Frau Eskerbieva möchte aber unabhängig von ihrem Mann selbstbestimmt in Deutschland leben. 

News

Petimat Eskierbeva hat am 11.05. 2022 einen Termin beim Verwaltungsgericht Dresden. Es geht um den abgelehnten Asylantrag für die 2022 geborene Tochter. Der Kamenzer Bürgermeister Roland Dantz setzt sich intensiv für das Bleiberecht von Familie Eskerbieva ein. 

Hier sein Brief vom 14.04.2022 an den Sächsischen Ausländerbeauftragten Geerth Mackenroth.